Kurs zur digitalen Selbstverteidigung

Neuss, 7. Januar 2014

GDigitale_Selbstverteidigung_IMG_0267ut gefüllt war das Wahlkreisbüro, als die Neusser Piraten am letzten Freitag ihren ersten „Kurs zur digitalen Selbstverteidigung“ starteten.

Mehr als zwanzig Besucher waren gekommen um sich zu informieren wie Sie ihre internetfähigen Geräte ein wenig sicherer einsetzen können.

Auch der WDR war mit einem Kameramann anwesend, um die Veranstaltung zu verfolgen.

Lukas Lamla, stv. Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion im Landtag NRW, und Wilhelm Frömgen, Pirat aus Korschenbroich, führten den Anwesenden vor, welche Daten beim Einsatz von Computern und Smartphones abgegriffen werden können. Dabei ging es nicht nur darum, wie Geheimdienste auf unsere Daten zu greifen, sondern auch, wie leicht es für versierte Anwender ist, Daten von ungesicherten Geräten abzugreifen.

Angefangen vom Versenden von Informationen über ungesicherte WLAN-Knoten bis zum Schutz der eigenen Geräte durch sichere Passwörter, dem Datenhunger vieler kostenloser Apps für das Handy und den Möglichkeiten, jederzeit auch über das ausgeschaltete Handy überwacht zu werden.

So will der vielgenutzte Messanger „WhatsApp“ Zugriff auf das komplette Telefonbuch im eigenen Handy haben. Lehnt man diesen Zugriff ab, dann kann die App nicht installiert werden. Was „WhatsApp“ mit den Daten macht ist nicht bekannt. Ein „Aluhutträger“, wer Böses dabei denkt?IMG_0278

Auch viele andere Apps verlangen umfangreiche Rechte auf dem eigenen Handy. Hier muß jeder für sich entscheiden, ob das die Sache Wert ist.

Beim Surfen im Internet kann man seine Identität wenigstens verschleiern, indem man mit einem Programm wie „Tor“ und dem dafür angepaßten Browser surft. Dabei ist die eigene Identität gar nicht oder nur sehr schwer nachzuvollziehen. Und je mehr Menschen auf diese Art durch das Internet gehen, um so mehr sind die geschützt, die wegen ihrer eigenen Sicherheit nicht erkannt werden wollen oder dürfen.

So richtig spannend wurde der Abend noch einmal, als einige Instrumente vorgestellt wurden, die der Datenspionage dienen. Diese Informationen kamen ganz frisch vom letzten Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg und basieren unter Anderem auf den Erkenntnissen aus den Dokumenten von Edward Snowden.

„Verschlüsselung kann nicht die Lösung sein. Sie hat nur weitere, verbesserte Entschlüsselungssysteme zur Folge“, so Lukas Lamla zum Abschluß der Veranstaltung. „Wir selbst müssen deutlich machen, dass wir über unsere Daten verfügen wollen und das den verantwortlichen Politikern deutlich machen“.

Die Neusser Piraten setzen dabei weiter Information und Aufklärung und wird Veranstaltungen wie diesen „Kurs zur digitalen Selbstverteidigung“ weiter anbieten.

Der nächste Kurs findet am Donnerstag, den 9. Januar 2014 wieder im Wahlkreisbüro auf der Erftstr. 114 in Neuss statt.

Digitale_Selbstverteidigung_IMG_0267IMG_0285 IMG_0283 IMG_0282 IMG_0278 IMG_0277 IMG_0275 IMG_0274 IMG_0272

Was denkst du?